BRICS – GMEX Consulting – Wir bringen Sie in die Welt und die Welt zu Ihnen. https://www.gmexconsulting.com/cms/de Internationale Expansion, Marktbeobachtung, Markteintritt und geostrategische Diversifizierung. Fri, 23 Jan 2026 03:57:32 +0000 en-US hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Wenn der Fisch zum Lebensretter wird: Tilapia-Haut heilt Verbrennungen in Brasilien https://www.gmexconsulting.com/cms/de/wenn-der-fisch-zum-lebensretter-wird-tilapia-haut-heilt-verbrennungen-in-brasilien/ Fri, 23 Jan 2026 03:55:11 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=962

In einer brasilianischen Stadt am Meer behandeln Ärzte seit Jahren schwere Verbrennungen mit etwas, das man erst mal nicht erwartet: der Haut von Tilapia-Fischen. In Fortaleza, genauer gesagt im José-Frota-Institut, sieht man Patienten mit Verbänden, die aussehen, als wären sie gerade aus dem Wasser gestiegen – sterile Streifen aus Tilapia-Haut.

Das Ganze klingt erst mal ziemlich ungewöhnlich, fast ein bisschen verrückt. Aber es hat einen ganz praktischen Hintergrund. In Brasilien gibt es einfach viel zu wenig menschliche Haut für Transplantate, Schweinehaut oder die teuren künstlichen Alternativen, die man in den USA kennt. Die wenigen Hautbanken des Landes decken gerade mal ein Prozent des Bedarfs ab. Deshalb landen die meisten Patienten im öffentlichen Gesundheitssystem bei der klassischen Behandlung: täglich Verbandswechsel mit Gaze und Silbersulfadiazin-Creme. Die Creme schützt vor Infektionen, aber sie hilft nicht wirklich beim Heilen, und das ständige Abziehen und Waschen der Wunden ist für die Betroffenen eine Qual.

Da kam den Forschern der Universität von Ceará (UFC) die Idee: Warum nicht die Haut der Tilapia nutzen? Der Fisch wird in Brasilien massenhaft gezüchtet, und seine Haut landete bisher einfach im Müll. Nach intensiven Tests stellte sich heraus, dass sie erstaunliche Eigenschaften hat: viel mehr Kollagen Typ 1 und 3 als menschliche Haut (die Bausteine für Narbenbildung), höhere Reißfestigkeit und bessere Feuchtigkeitsspeicherung. Nach Sterilisation (mit Chemikalien und später Bestrahlung in São Paulo) hält die Haut bis zu zwei Jahre im Kühlschrank.

Bei oberflächlichen zweitgradigen Verbrennungen klebt man die Tilapia-Haut einfach drauf und lässt sie sitzen, bis die Wunde von selbst verheilt. Bei tieferen zweitgradigen Verbrennungen muss man sie ein paar Mal wechseln, aber immer noch deutlich seltener als bei der herkömmlichen Methode. Das Ergebnis: Die Heilung geht schneller (manchmal um mehrere Tage), die Patienten brauchen weniger Schmerzmittel, und der Schmerz insgesamt ist deutlich geringer.

Ein Beispiel ist Antônio dos Santos, ein Fischer, der sich bei einer Gasexplosion auf seinem Boot den ganzen rechten Arm verbrannt hat. Er war bei einer klinischen Studie dabei und sagte später: Nachdem die Fischhaut drauf war, hat der Schmerz wirklich nachgelassen. Es war faszinierend, dass so etwas funktionieren kann.

Die Forscher um Dr. Edmar Maciel, einen Plastischen Chirurgen und Verbrennungsspezialisten, haben das Ganze über Jahre getestet. Es gibt Vergleichsstudien zu menschlicher Haut, Schweinehaut und sogar Froschhaut, und auch Kostenvergleiche laufen. Bisher sieht alles sehr vielversprechend aus: weniger Krankenhaustage, weniger Infektionsrisiko, weniger Materialverbrauch.

In den USA würde so etwas wahrscheinlich nicht so schnell kommen – dort gibt es genug menschliche Spenderhaut, und die Zulassungsbehörden plus Tierschutzorganisationen machen es kompliziert und teuer. Aber in Ländern, wo Ressourcen knapper sind, könnte die Tilapia-Haut ein echter Gamechanger werden. In Brasilien selbst ist das Projekt mittlerweile weiter: Es läuft seit über zehn Jahren, es gibt gefriergetrocknete Versionen, und die UFC sucht gerade Unternehmen, die das Ganze industriell herstellen und vermarkten dürfen.

Ich finde die Geschichte spannend, weil sie zeigt, wie aus einem Nebenprodukt der Fischzucht plötzlich etwas Medizinisch Hochwertiges werden kann. Es ist günstig, verfügbar und hilft Menschen wirklich. Manchmal liegen die besten Lösungen genau vor der Haustür – oder in diesem Fall im Teich nebenan. Wer hätte gedacht, dass ein Alltagsfisch mal zum Lebensretter wird?

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Brasiliens 100-Milliarden-Handel mit der EU steht vor der größten Neuausrichtung seit Jahren https://www.gmexconsulting.com/cms/de/brasiliens-100-milliarden-handel-mit-der-eu-steht-vor-der-grosten-neuausrichtung-seit-jahren/ Tue, 20 Jan 2026 02:51:31 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=957

100 Milliarden Dollar Handelsvolumen klingen nach einer abgeschlossenen Erfolgsgeschichte. Tatsächlich erreichte der Warenverkehr zwischen Brasilien und der Europäischen Union 2025 genau 100,1 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund 538 Milliarden Reais.

Doch die spannendere Zahl ist nicht die Größe, sondern die Balance: Brasilien exportierte Waren im Wert von 49,8 Milliarden Dollar und importierte für 50,3 Milliarden Dollar. Ein minimales Defizit von 0,5 Milliarden. Anders gesagt: Kein Boom, der bereits stattgefunden hat – sondern eine stabile Plattform, auf der sich etwas entwickeln kann.

Die Struktur des Handels ist wenig überraschend. Brasilien liefert vor allem das, was es produziert und fördert: Rohöl, ungerösteten Kaffee, Sojaschrot. Die Exporte laufen überwiegend über wenige europäische Drehscheiben. Fünf Länder vereinten rund 73 Prozent des gesamten Volumens auf sich: die Niederlande (11,7 Milliarden Dollar), Spanien (8,8 Milliarden), Deutschland (6,5 Milliarden), Italien (5,4 Milliarden) und Belgien (4,0 Milliarden). Innerhalb Brasiliens stammen die meisten Ausfuhren aus Rio de Janeiro, São Paulo und Minas Gerais.

Der eigentliche Kontext liegt jedoch hinter diesen Zahlen. Brasilien versucht, sein außenwirtschaftliches Gleichgewicht neu zu justieren – ohne sich klar auf eine Seite zu schlagen. China bleibt der Schwergewichtspartner: Der bilaterale Handel erreichte 2025 mit 171 Milliarden Dollar einen neuen Rekord, ein Plus von 8,2 Prozent gegenüber 2024. Allein die Importe aus China beliefen sich auf 70,9 Milliarden Dollar.

Die USA liegen deutlich darunter. Je nach Schätzung kommt der Handel mit den Vereinigten Staaten auf rund 83 Milliarden Dollar. Brasiliens Exporte dorthin gingen 2025 um 6,6 Prozent zurück – auch als Folge neuer Zoll- und Handelsspannungen. Europa ist damit zwar nicht der größte Partner, aber derjenige, der etwas anderes bietet: Stabilität bei Regeln und Standards.

Genau hier setzt das Mercosur-EU-Abkommen an. Nach Jahren der Ankündigungen soll es nun von der politischen Erklärung zur Unterzeichnung übergehen – gefolgt von einem langen Ratifizierungsprozess. Parallel dazu startet die brasilianische Regierung ein neues „Opportunities Panel“, das Produkte, Märkte und Bundesstaaten systematisch mit konkreten Geschäftschancen verknüpfen soll.

Die eigentliche Wirkung des Abkommens ist weniger spektakulär, dafür umso wichtiger im Alltag: weniger technische Handelshemmnisse, klarere sanitäre Vorschriften, besser vorhersehbare Standards und mehr Rechtssicherheit für Dienstleistungen und Investitionen. Der Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen wird ausgeweitet, wobei Beschaffungen des öffentlichen Gesundheitssystems ausgenommen bleiben. Für sensible Branchen wie die Automobilindustrie sind Schutzmechanismen vorgesehen.

Langfristige Berechnungen des brasilianischen Außenministeriums bis 2044 zeichnen ein moderates, aber solides Bild: ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,34 Prozent (rund 37 Milliarden Reais bzw. 7 Milliarden Dollar), Investitionen plus 0,76 Prozent (13,6 Milliarden Reais), zusätzliche Exporte von 52,1 Milliarden Reais und Importe von 42,1 Milliarden Reais.

Rechnet man parallele Handelsabkommen hinzu, könnten sich die Effekte auf insgesamt 67,6 Milliarden Reais zusätzliches BIP und 25,3 Milliarden Reais an Extra-Investitionen summieren. Der 100-Milliarden-Handel mit Europa ist damit weniger ein Endpunkt – als vielmehr der Ausgangspunkt für Brasiliens nächste wirtschaftliche Neujustierung.

 

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Sind Sie bereit, international zu expandieren? USA? Brasilien? China? https://www.gmexconsulting.com/cms/de/sind-sie-bereit-international-zu-expandieren-usa-brasilien-china/ Mon, 19 Jan 2026 01:02:17 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=953

Das Bild zeigt eine Walmart-Einkaufstüte aus Deutschland. Walmart ist auf dem deutschen Markt spektakulär gescheitert und hat dabei mehrere Milliarden verloren. Selbst ein Unternehmen mit enormen finanziellen Ressourcen und erstklassiger Logistik kann in Auslandsmärkten scheitern. Erfolg erfordert, sich an lokale Kultur und Marktgegebenheiten anzupassen. Dabei können wir Sie unterstützen.

 

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Harvard fällt auf Platz drei in den Leiden-Rankings – China stürmt voran https://www.gmexconsulting.com/cms/de/harvard-fallt-auf-platz-drei-in-den-leiden-rankings-china-sturmt-voran/ Sat, 17 Jan 2026 00:14:30 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=948

Harvard, der Name, der jahrzehntelang für Spitzenforschung stand, ist in den CWTS Leiden Rankings 2025 auf den dritten Platz abgerutscht. An der Spitze steht jetzt die Zhejiang University aus China. Den zweiten Rang belegt die University of Toronto – doch der Trend ist eindeutig: China überholt die USA in der reinen Forschungsproduktivität.

Ich verfolge Universitätsrankings schon lange, und dieses Ergebnis fühlt sich anders an als die üblichen Listen. Die Leiden-Rankings, erstellt vom Centre for Science and Technology Studies der Universität Leiden in den Niederlanden, verzichten bewusst auf den ganzen Prestige-Kram: Keine Umfragen zu Reputation, keine Punkte für berühmte Absolventen oder Lehrqualität. Hier zählen nur harte Zahlen – wie viele Artikel eine Uni in anerkannten Zeitschriften veröffentlicht und vor allem, wie oft diese Arbeiten von anderen Forschern zitiert werden. Die Daten stammen aus der Web of Science-Datenbank, decken Publikationen vor allem von 2019 bis 2022 ab, Zitationen bis 2024. Kein Schnickschnack, nur Bibliometrie pur.

Besonders auffällig ist Chinas Dominanz. Von rund 1.600 weltweit gerankten Universitäten kommen 365 aus China – mehr als aus jedem anderen Land. Und ganz oben hat sich das Bild dramatisch verändert. Dass Zhejiang University die Nummer eins ist, kommt nicht aus dem Nichts. Dahinter stecken über ein Jahrzehnt massiver, gezielter Investitionen: Programme wie Project 985, Project 211 und die aktuelle Double-First-Class-Initiative haben Milliarden in Forschungskapazitäten, Top-Talente und Publikationen in hochzitierten Bereichen gesteckt – vor allem in Biomedizin, Ingenieurwissenschaften und Materialforschung.

Fachleute nennen mehrere Gründe für den Aufstieg. Erstens das pure Volumen: China produziert inzwischen mehr wissenschaftliche Papers pro Jahr als jedes andere Land, und die Qualität (gemessen an Zitationen) holt rapide auf. Zweitens kluge Kooperationen: Chinesische Forscher arbeiten extrem viel international zusammen. Die Leiden-Methode der „fractional counting“ – bei der der Credit anteilig nach Affiliationen aufgeteilt wird – belohnt genau das und treibt die Scores nach oben. Wie ein Experte es formulierte: China ist „Meister der strategischen Kooperation“ geworden, oft mit Partnern aus Europa oder den USA, um den Impact zu maximieren.

Auf der anderen Seite kämpfen US-Unis wie Harvard mit Gegenwind. Die staatliche Forschungsförderung stagniert seit Jahren, während die Kosten steigen. Es gibt Berichte, dass Einwanderungsregeln es schwerer machen, internationale Talente zu halten – und genau die sind das Rückgrat vieler Spitzenlabore. Politische Spannungen auf dem Campus tun ihr Übriges. Harvard bringt immer noch unglaublich einflussreiche Arbeiten hervor (oft führt es bei den meistzitierten Papers), aber in reinen Produktivitätsmetriken ist es nicht mehr unantastbar.

Das geht weit über akademisches Kräftemessen hinaus. Forschungsoutput hängt eng mit Innovation, Patenten, wirtschaftlichem Vorsprung und sogar nationaler Macht in technologiegetriebenen Bereichen zusammen. China verknüpft wissenschaftliche Stärke offen mit geopolitischen Zielen – Peking spielt das lange Spiel und will die F&E-Ausgaben bis 2030 auf 3 Prozent des BIP steigern. Die USA haben da bisher keinen vergleichbaren konstanten Aufwärtstrend bei Förderung und Politik gezeigt.

Andere Rankings zeichnen ein anderes Bild. In umfassenderen Listen wie der Times Higher Education 2026 steht Oxford immer noch an der Spitze, mehrere US-Unis (darunter Harvard und Stanford) tummeln sich in den Top Five oder Ten. Reputation und Ressourcen geben den Amerikanern dort noch Vorteile. Aber die Leiden-Zahlen sind ein Warnsignal: Das Schwergewicht der reinen wissenschaftlichen Produktion verschiebt sich nach Osten, und zwar schnell.

Caroline Wagner, eine Forscherin, die diese Entwicklungen genau beobachtet, spricht von einer „fundamentalen Neuverteilung globaler akademischer Macht“. Andere sehen es ähnlich – das ist keine Laune, sondern gezielte Politik, die Früchte trägt. Die Frage ist jetzt, ob amerikanische Hochschulen (und die Regierung dahinter) mit frischem Geld und Reformen gegensteuern oder ob der Abstand weiter wächst.

Für alle, die in der Hochschullandschaft, in der Tech-Branche oder einfach nur bei den nächsten großen Durchbrüchen hinschauen, lohnt es sich, das im Auge zu behalten. Die alten Gewissheiten, wer in der Wissenschaft führt, gelten nicht mehr so uneingeschränkt wie früher.

Es passiert. In China. Können Sie es sich leisten, nicht in China zu sein? Reden Sie mit uns.  – wir helfen Ihnen, in China erfolgreich zu sein.

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Hannover Messe Industrie 2026. Partnerland Brasilien. https://www.gmexconsulting.com/cms/de/hannover-messe-industrie-2026-partnerland-brasilien/ Thu, 15 Jan 2026 17:18:16 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=945

Hannover Messe.

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Leiden University Ranking Traditional Edition 2025 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/leiden-university-ranking-traditional-edition-2025/ Mon, 29 Dec 2025 23:43:58 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=899 Leiden University Ranking Traditional Edition 2025

Da läuft der Westen nur noch unter ferner liefen….

 

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Die größten Wirtschaften der Welt im Jahr 2075 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/die-grosten-wirtschaften-der-welt-im-jahr-2075/ Wed, 24 Dec 2025 00:27:54 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=928

Wir helfen Ihnen im Ausland erfolgreich zu sein, oder den Markt zu beobachten. Reden Sie mit uns.

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Privat gehaltene Unternehmen mit einer Bewertung von über 1 Milliarde US-Dollar, nach Regionen https://www.gmexconsulting.com/cms/de/privat-gehaltene-unternehmen-mit-einer-bewertung-von-uber-1-milliarde-us-dollar-nach-regionen/ Tue, 23 Dec 2025 04:31:43 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=924

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Chinas Pharmaindustrie wird global https://www.gmexconsulting.com/cms/de/chinas-pharmaindustrie-wird-global/ Mon, 22 Dec 2025 04:30:14 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=922 Chinas pharmazeutische Industrie steht leise vor einem Wendepunkt. Was lange Zeit vor allem ein auf den Binnenmarkt ausgerichteter Niedrigkosten-Produktionssektor war, entwickelt sich zunehmend zu einer Quelle echter Arzneimittelinnovationen mit globalen Ambitionen. Chinesische Unternehmen spielen heute eine zentrale Rolle in der Medikamentenentwicklung, führen einen beträchtlichen Teil der weltweiten klinischen Studien durch und bringen immer mehr neuartige Therapien hervor.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis jahrelanger Investitionen, eines großen Pools gut ausgebildeter Wissenschaftler und eines riesigen Heimatmarktes, der es erlaubt, neue Ansätze schnell und in großem Maßstab zu testen. Dadurch können chinesische Biotechfirmen oft schneller und kostengünstiger arbeiten als viele westliche Wettbewerber. Investoren haben das erkannt: Die Bewertungen sind deutlich gestiegen und spiegeln das wachsende Vertrauen wider, dass chinesische Unternehmen nicht mehr nur nachahmen, sondern selbst innovativ sind.

Um den Schritt auf internationale Märkte zu schaffen, setzen viele chinesische Pharmafirmen auf neue Organisationsmodelle. Vielversprechende Wirkstoffe werden teilweise in rechtlich eigenständige Gesellschaften in den USA oder Europa ausgelagert. Diese Einheiten können ausländisches Kapital aufnehmen, Partnerschaften mit westlichen Unternehmen eingehen und politische Vorbehalte reduzieren, die mit einem direkten China-Bezug verbunden sind.

Der Weg nach außen ist jedoch keineswegs reibungslos. Vor allem in den USA unterliegen klinische Daten aus China einer besonders strengen regulatorischen Prüfung. Gleichzeitig erschweren strengere Regeln zur Datennutzung sowie zunehmende geopolitische Spannungen die internationale Zusammenarbeit. Vertrauen, Transparenz und regulatorische Abstimmung bleiben zentrale Herausforderungen.

Trotzdem ist das Potenzial erheblich. Mehr Wettbewerb durch chinesische Pharmaunternehmen könnte weltweit zu niedrigeren Medikamentenpreisen und einer schnelleren Entwicklung neuer Therapien führen, insbesondere in Bereichen, die von etablierten westlichen Konzernen bislang vernachlässigt wurden. Für Chinas Pharmaindustrie liegt die größte Herausforderung künftig weniger in der Wissenschaft als in der Umsetzung: internationale Regulierung zu meistern, Glaubwürdigkeit aufzubauen und Innovation dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Westliche Pharmariesen brauchten Jahrzehnte, um ihre globale Dominanz zu etablieren. Chinas Branche ist deutlich jünger – doch ihr rasantes Entwicklungstempo deutet darauf hin, dass sie sehr viel schneller weltweit an Bedeutung gewinnen könnte.

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EU-Mercosur-Abkommen am Scheideweg – Europa riskiert seine Glaubwürdigkeit https://www.gmexconsulting.com/cms/de/eu-mercosur-abkommen-am-scheideweg-europa-riskiert-seine-glaubwurdigkeit/ Sat, 20 Dec 2025 05:11:30 +0000 https://www.gmexconsulting.com/cms/de/?p=920 Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten begleitet Europa inzwischen seit mehr als zwanzig Jahren. Was einst als wirtschaftliche Chance gedacht war, entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Belastungstest. Statt Aufbruchsstimmung dominieren Skepsis und Widerstand – vor allem innerhalb der EU selbst.

Im Zentrum der Kritik steht die europäische Landwirtschaft. Viele Betriebe fürchten, dass zusätzliche Importe aus Südamerika den Preisdruck weiter erhöhen und bestehende Wettbewerbsnachteile verschärfen könnten. Besonders sensibel reagieren Produzenten von Rindfleisch, Geflügel und Agrarrohstoffen, die sich ohnehin in einem Spannungsfeld aus steigenden Kosten, Umweltauflagen und sinkenden Margen bewegen.

Die EU-Kommission verweist auf Schutzmechanismen, die im Ernstfall greifen sollen. Vorgesehen sind Eingriffe, falls Importmengen oder Preisentwicklungen den europäischen Markt destabilisieren. Doch ob diese Instrumente tatsächlich ausreichen, um das Vertrauen der Landwirte zurückzugewinnen, ist offen. In vielen Ländern überwiegt der Eindruck, dass wirtschaftliche Interessen über strukturelle Risiken gestellt werden.

Gleichzeitig sehen Befürworter des Abkommens darin weit mehr als ein reines Handelsprojekt. Für sie ist Mercosur ein geopolitisches Signal: Europa könnte seine Rolle als globaler Handelspartner stärken, neue Absatzmärkte erschließen und Abhängigkeiten von anderen Wirtschaftsräumen reduzieren. Gerade in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft gilt das als strategischer Vorteil.

Der Zeitplan spiegelt die Unsicherheit wider. Ein Abschluss, der ursprünglich für Ende 2025 erwartet wurde, ist inzwischen vertagt. Ob es Anfang 2026 tatsächlich zu einer Einigung kommt, hängt weniger von technischen Details ab als von politischem Willen. Das Mercosur-Abkommen ist damit längst nicht mehr nur eine Frage des Handels – sondern ein Prüfstein für die innere Geschlossenheit der Europäischen Union.

 

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