{"id":794,"date":"2025-10-10T04:33:56","date_gmt":"2025-10-10T04:33:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/?p=794"},"modified":"2025-10-07T04:38:36","modified_gmt":"2025-10-07T04:38:36","slug":"europas-chemieindustrie-in-der-krise-schliesung-in-rheinberg-und-der-ruf-nach-wettbewerbsfahigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/europas-chemieindustrie-in-der-krise-schliesung-in-rheinberg-und-der-ruf-nach-wettbewerbsfahigkeit\/","title":{"rendered":"Europas Chemieindustrie in der Krise: Schlie\u00dfung in Rheinberg und der Ruf nach Wettbewerbsf\u00e4higkeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-795\" src=\"https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg.jpg\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg.jpg 1100w, https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg-1024x575.jpg 1024w, https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg-768x431.jpg 768w, https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg-24x13.jpg 24w, https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg-36x20.jpg 36w, https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der_Standort_von_INEOS_Inovyn_in_Rheinberg-48x27.jpg 48w\" sizes=\"auto, (max-width: 603px) 100vw, 603px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der britische Chemie-Riese Ineos hat in Rheinberg f\u00fcr Aufregung gesorgt: Zwei Produktionsanlagen sollen schlie\u00dfen, 175 Jobs gehen verloren. Das ist nicht nur eine lokale Trag\u00f6die f\u00fcr die rund 500 Besch\u00e4ftigten am Standort an der Xantener Stra\u00dfe, sondern ein weiteres Alarmsignal f\u00fcr die gesamte europ\u00e4ische Industrie. Stephen Dossett, CEO von Ineos Inovyn, der hundertprozentigen Tochter des Konzerns, zieht nicht mit der Kritik zur\u00fcck: \u201eEuropa w\u00fcrgt seine Industrie ab.\u201c Und in der englischen Version der Pressemitteilung geht er noch einen Schritt weiter: \u201eEurope is committing industrial suicide.\u201c Hohe Energie- und CO\u2082-Kosten, fehlender Zollschutz \u2013 das sind die Gr\u00fcnde, die Ineos nennt. W\u00e4hrend Konkurrenten in den USA und China von g\u00fcnstiger Energie profitieren, wird Europa von Importen \u00fcberschwemmt und verliert Boden.<\/p>\n<p>Die betroffenen Anlagen sind keine Randbetriebe. Die Allylics-Anlage produziert den Hauptbestandteil f\u00fcr Epoxidharze, die in Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Automobilbranche und sogar in der Infrastruktur f\u00fcr Erneuerbare Energien unverzichtbar sind. Die elektrochemische Anlage stellt Chlor her \u2013 essenziell f\u00fcr sauberes Trinkwasser, Medikamente, industrielle Prozesse und Abwasserbehandlung. Ineos will sich nun auf die verbleibenden PVC-Betriebe konzentrieren, um die restlichen 300 Jobs zu sichern. Das klingt nach Pragmatismus, bedeutet aber massive Umstellungskosten, f\u00fcr die das Unternehmen staatliche Hilfe fordert. \u201eWir k\u00f6nnen das nicht allein\u201c, betont Dossett und appelliert an Regierungen: \u201eWenn ihr strategische Produktion in Europa halten wollt, m\u00fcsst ihr den \u00dcbergang leiten und Wettbewerbsf\u00e4higkeit herstellen.\u201c<\/p>\n<p>Das ist kein Einzelfall, sondern Teil eines beunruhigenden Trends. In Deutschland ist die Produktion seit 2019 um 18 Prozent eingebrochen \u2013 mit Jobverlusten und sinkenden Investitionen. Ineos hat bereits Werke in Grangemouth (Gro\u00dfbritannien), Geel (Belgien), Gladbeck (Deutschland), Tavaux (Frankreich) und Martorell (Spanien) geschlossen oder stillgelegt. Dossett nennt es \u201ewirtschaftlichen Irrsinn und \u00f6kologische Heuchelei\u201c: Effiziente europ\u00e4ische Fabriken fallen dicht, w\u00e4hrend globale Emissionen steigen. Die EU \u00f6ffnet die Tore f\u00fcr Billigimporte aus Korea, Taiwan und China \u2013 oft basierend auf russischen Rohstoffen \u2013, ohne Z\u00f6lle. Im Kontrast dazu sch\u00fctzen die USA ihr Heimmarkt mit hohen Abgaben. Das Ergebnis? Europa wird abh\u00e4ngiger von Auslandslieferungen, verliert Know-how und riskiert weitere Abwanderung.<\/p>\n<p>F\u00fcr deutsche Unternehmen, besonders in der Chemie- und Fertigungsbranche, ist das ein Weckruf. Die hohen Kosten hierzulande machen es schwer, mit den dynamischen M\u00e4rkten in den USA oder China mitzuhalten. Aber genau dort liegen Chancen: Eine Expansion in die USA k\u00f6nnte von niedrigen Energiekosten und starkem Zollschutz profitieren, ideal f\u00fcr energieintensive Prozesse wie in Rheinberg. In China, dem globalen Fertigungsriesen, bieten Joint Ventures oder Produktionsst\u00e4tten Zugang zu Skaleneffekten und neuen Absatzm\u00e4rkten. Selbst wenn eine vollst\u00e4ndige Verlagerung nicht passt, lohnt eine Marktbeobachtung: Wie gehen US-Firmen mit Z\u00f6llen um? Wie nutzt China seine Lieferketten? Solche Einblicke k\u00f6nnen helfen, hierzulande resilienter zu werden \u2013 vielleicht durch Diversifikation oder Lobbyarbeit f\u00fcr EU-weite Schutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Ineos bedauert die Schlie\u00dfung \u201ezutiefst\u201c und verspricht, mit Mitarbeitern und Zulieferern zusammenzuarbeiten, um den Schmerz zu mildern. Doch ohne politisches Eingreifen drohen mehr solcher Geschichten. Deutsche Firmen sollten den Ball aufnehmen: Statt nur zu lamentieren, den Blick nach \u00dcbersee richten. Die USA und China zeigen, wie man Wettbewerb sch\u00fctzt \u2013 und wer dort investiert, k\u00f6nnte den n\u00e4chsten Boom mitgestalten. Es ist Zeit, aus Rheinberg zu lernen und aktiv zu werden.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen Sie es sich leisten, nicht in China oder den USA pr\u00e4sent zu sein? <a href=\"https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/kontakt\/\">Reden<\/a><a href=\"https:\/\/www.gmexconsulting.com\/cms\/de\/kontakt\/\">\u00a0Sie mit uns.\u00a0<\/a> \u2013 wir helfen Ihnen, in China und den USA erfolgreich zu sein oder den Markt zu beobachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der britische Chemie-Riese Ineos hat in Rheinberg f\u00fcr Aufregung gesorgt: Zwei Produktionsanlagen sollen schlie\u00dfen, 175 Jobs gehen verloren. 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