Die Elektromobilität erreicht eine neue Dimension. Mit dem Denza Z präsentiert eine Marke aus dem BYD-Konzern einen batterieelektrischen Supersportwagen, der es mit den etablierten Playern aus Europa und den USA aufnehmen will. Leistung, Beschleunigung und Ladezeiten setzen neue Maßstäbe – und das mit einer Technologie, die überraschend anders ist.

Brutale Leistung auf vier Rädern

Der Denza Z kommt mit drei Elektromotoren daher: einer vorn und zwei an der Hinterachse. Insgesamt stehen 1180 kW (das entspricht rund 1600 PS) zur Verfügung. Die Folge: Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll in nur 1,96 Sekunden gelingen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit bis zu 350 km/h angegeben. Damit positioniert sich das Modell klar im Hypercar-Segment und zielt direkt auf Konkurrenten wie Porsche, Ferrari oder Tesla ab.

Besonders auffällig ist die 2+2-Sitzanordnung. Während viele Supersportwagen auf reine Zweisitzer setzen, bietet der Denza Z Platz für vier Personen plus Kofferraum – ein Zugeständnis an etwas mehr Alltagstauglichkeit auf höchstem Performance-Niveau. Die Karosserie-Varianten umfassen Coupé, Spider und eine Racing-Version. Eine spezielle Nürburgring-Edition soll im Herbst sogar Rekordfahrten auf der Nordschleife wagen.

Blade Battery 2.0: LFP statt NMC

Ungewöhnlich für diese Fahrzeugklasse ist die Wahl der Batterietechnologie. Statt der sonst üblichen NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Kobalt) setzt Denza auf die zweite Generation der Blade Battery mit LFP-Chemie (Lithium-Eisenphosphat). Diese gilt eigentlich als robuster und sicherer, hat aber traditionell eine geringere Energiedichte.

BYD hat hier gezielt nachgebessert: Durch optimierte Elektrodenstrukturen und eine verbesserte SEI-Schicht soll die neue Blade-Generation eine höhere Energiedichte erreichen und extrem schnelles Laden ermöglichen. Die geschätzte Batteriekapazität liegt bei rund 120 kWh – ausreichend für anständige Reichweiten, kombiniert mit hoher Langlebigkeit und Sicherheit.

Flash-Charging: In neun Minuten fast voll

Das absolute Highlight ist die Ladeleistung. Denza verspricht, die Batterie per Flash-Charging von 10 auf 97 Prozent in nur neun Minuten zu laden. Das setzt allerdings eine Infrastruktur mit bis zu 1500 kW voraus – weit jenseits der aktuellen CCS-Säulen in Europa. Bei sehr kalten Temperaturen (minus 30 Grad) verlängert sich die Zeit entsprechend. Dennoch: Wenn das System flächendeckend verfügbar wird, könnte es ein Gamechanger für die Akzeptanz von Elektro-Hochleistungsfahrzeugen sein.

Ein Signal an die etablierte Konkurrenz

Mit Modellen wie dem Denza Z zeigt der chinesische Hersteller, dass er nicht nur im Massenmarkt mit günstigen Elektroautos punkten will. Stattdessen greift man direkt die Premium- und Performance-Segmente an – mit Technik, die in manchen Bereichen sogar voraus ist. Adaptive Dämpfung (DiSus-M), Allradantrieb und eine auf Performance getrimmte Plattform (e3) unterstreichen den Anspruch.

Ob der Denza Z in Europa wirklich Preise und Image der etablierten Sportwagenhersteller angreifen kann, wird auch von der Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur und den finalen Preisen abhängen. Dennoch: Der Wagen ist ein weiteres Zeichen dafür, wie schnell sich die globale Autoindustrie verändert. Die Zukunft der Supersportwagen könnte deutlich elektrischer und deutlich chinesischer werden als viele erwartet haben.

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